
Für Inhaberinnen und Inhaber von KMU stellt sich regelmässig die Frage, in welcher Form sie sich aus dem Unternehmen entschädigen sollen. Wir zeigen die Vor- und Nachteile beider Varianten.
Für Inhaberinnen und Inhaber von KMU stellt sich regelmässig die Frage, in welcher Form sie sich aus dem Unternehmen entschädigen sollen: über Lohn, über Dividende oder über eine Kombination aus beidem. Beide Varianten haben unterschiedliche steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Auswirkungen – sowohl auf Ebene des Unternehmens als auch privat. Eine pauschale Lösung gibt es nicht, da die optimale Gestaltung stark von der individuellen Situation abhängt.
Lohn als Entschädigung
Der Lohn stellt für das Unternehmen einen Aufwand dar und reduziert den steuerbaren Gewinn. Gleichzeitig unterliegt er den Sozialversicherungen (AHV/IV/EO, ALV, BVG) und ist voll einkommenssteuerpflichtig.
Ein angemessener Lohn ist jedoch zentral, insbesondere für die berufliche Vorsorge. Zu tiefe Löhne können von Steuer- oder AHV-Behörden beanstandet werden und zu Nachbelastungen führen. Aus rechtlicher Sicht muss der Lohn zudem der Funktion und Verantwortung der Person entsprechen.
Dividende als Entschädigung
Die Dividende wird aus dem bereits versteuerten Gewinn ausgeschüttet und unterliegt in der Regel einer privilegierten Besteuerung im Privatvermögen. Sie ist nicht sozialversicherungspflichtig, was sie auf den ersten Blick attraktiv macht.
Gleichzeitig darf die Dividendenausschüttung nur erfolgen, wenn die gesetzlichen Vorgaben zur Gewinnverwendung gemäss OR eingehalten sind und die finanzielle Stabilität der Gesellschaft nicht gefährdet wird. Eine übermässige Dividendenausschüttung bei gleichzeitig tiefem Lohn kann ebenfalls zu Korrekturen durch die Behörden führen.
Vergleich Lohn vs. Dividende
| Aspekt | Lohn | Dividende |
|---|---|---|
| Gewinnsteuer Unternehmen | Mindert den Gewinn | Keine Minderung (aus versteuertem Gewinn) |
| Einkommenssteuer privat | Voll steuerpflichtig | Privilegiert besteuert (ca. 50-70%) |
| AHV/IV/EO | Ja (5.3% AG + 5.3% AN) | Nein |
| ALV | Ja (bis Höchstlohn) | Nein |
| BVG (2. Säule) | Ja, Beiträge möglich | Nein |
| Vorsorgeaufbau | Ja | Nein |
| Risiko bei Behördenkontrolle | Gering bei angemessenem Lohn | Erhöht bei tiefem Lohn |
Einflussfaktoren für die optimale Lösung
Die optimale Lösung liegt häufig in einer ausgewogenen Kombination von Lohn und Dividende. Dabei sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:
- Gewinnsituation: Wie hoch ist der Unternehmensgewinn?
- Vorsorgebedarf: Wie wichtig ist der Aufbau der 2. Säule?
- Steuerprogression: In welcher Steuerklasse befinden Sie sich?
- Liquidität: Kann die Gesellschaft eine Dividende tragen?
- Langfristige Planung: Wie entwickelt sich das Unternehmen?
Checkliste für Unternehmer
- ☐ Angemessenen Lohn gemäss Funktion und Branche festlegen
- ☐ BVG-versicherter Lohn für Vorsorge optimieren
- ☐ Gewinnprognose erstellen
- ☐ Steuerbelastung auf Unternehmens- und Privatebene berechnen
- ☐ Dividendenhöhe unter Berücksichtigung der Reserven planen
- ☐ Regelmässige Überprüfung der Struktur
Fazit
Eine regelmässige Überprüfung der Entschädigungsstruktur ist empfehlenswert, insbesondere bei veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Gerne unterstützen wir Sie bei Fragen zur optimalen Gestaltung von Lohn und Dividende. Wir liefern keine Standardrezepte, sondern individuelle Lösungen. In einem persönlichen Gespräch analysieren wir Ihre Situation und entwickeln konkrete Handlungsempfehlungen – immer mit Blick auf das Gesamtbild Ihres Unternehmens.
Interessiert? Vereinbaren Sie einen Termin – wir beraten Sie gerne.
